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Recht / Zivilrecht 
Dienstag, 21.11.2017

Trotz Engstelle überholt - Bei Kollision überwiegendes Verschulden

Wer ohne ausreichenden Seitenabstand überholt, haftet bei einer Streifkollision mit einem anderen Kfz überwiegend, auch wenn dieses nicht ganz rechts fuhr. So entschied das Amtsgericht Ansbach (Az. 3 C 775/16).

Ein Pkw-Fahrer hatte auf Ersatz für einen erlittenen Unfallsachschaden in Höhe von insgesamt 4.032,51 Euro geklagt. Der Kläger hatte mit seinem Pkw zwei vor sich fahrende Lkw überholen. Als er den ersten Lkw überholt hatte und sich auf der Höhe des zweiten befand, verengte sich die Fahrbahn und es kam zu einer Streifkollision zwischen dem Lkw und dem Pkw des Mannes.

Das Gericht nahm aufgrund eines Sachverständigengutachtens an, dass beide – Lkw und Pkw – eine Mitschuld am Unfall hatten. Den klagenden Pkw-Fahrer treffe aber überwiegend die Schuld. Daher habe er nur Anspruch auf Ersatz von 40 % seines erlittenen Schadens. Der Gutachter habe festgestellt, dass sich der Lkw während des Überholvorgangs vom rechten Fahrbahnrand nach links bewegte, sodass sich der Seitenabstand der beiden Fahrzeuge auf 20 cm – 40 cm verringert hatte. Zudem sei nicht auszuschließen, dass sich auch der Pkw um 10 cm – 15 cm unmittelbar vor der Kollision nach rechts bewegt und dadurch den ohnehin geringen Seitenabstand des Lkw weiter reduziert habe. Der Fahrer des überholenden Pkw müsse jedoch die größere Schuld tragen, da er als ortskundiger Fahrer die Verengung der Fahrbahn kannte und den erforderlichen Seitenabstand nicht eingehalten habe.

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